
Soeben lese ich eine Pressemeldung (
pressetext.com) mit der Überschrift: “A&O Hostels: Sexistische Werbung erzürnt Gemüter – Beschwerden nehmen massiv zu …” - schaue das Bild dazu an und … wundere mich.
Klar, Motto und Motiv hätten besser zu einem Haus gepasst, das Sex für Geld offeriert. Aber sich darüber aufregen – finde ich blöd. Sollte sich eine Frau davon negativ angesprochen fühlen, dann ist es eher ein Problem der Frau. Sollte sich niemand davon angesprochen fühlen ist es eher ein Problem des Werbers bzw. der Werbeagentur.
Noch einmal zur Meldung: “Die Zahl der Beschwerden von Verbrauchern über sexistische oder gar gewaltverherrlichende Werbeanzeigen nehmen massiv zu und rufen immer mehr Branchenkritiker auf den Plan. Vor allem die jüngste Werbung der Hotelkette A&O Hostels erzürnt die Gemüter. Um für die durchgehenden Öffnungszeiten zu werben, ließ die Firma auf Postkarten den Unterleib einer Frau im Bikini abbilden. In der Höhe des Schambereichs kann der neu mit der Kampagne anzusprechende Konsument dann die Aufschrift “24 h open” lesen. Zusätzlich verspricht der Bildrand “sexy Preise”.”
Ich würde gerne mal diese “Verbraucher” sehen. Was haben die für eine verklemmte Moral, wenn sie bereits SOWAS aufregt. Und wieso wird sexistisch in einem Atemzug mit gewaltverherrlichend genannt? Gewalt ist Schlagen, Morden, Psychoterror. Sex entspannend, befreiend, ein angenehmes Gefühl. Sex ist ein Grundbedürfnis wie Essen und Trinken. Gewalt stört oder beendet solche Bedürfnisse.
Sexistisch kommt von Sexismus.
Wikipedia definiert das treffend so:
Unter Sexismus versteht man die Diskriminierung oder Unterdrückung von Menschen allein aufgrund ihrer Geschlechtszugehörigkeit. Der Begriff ist eine aus dem Englischen kommende Parallelbildung zu racism (Rassismus), die als sexism in der US-amerikanischen Frauenbewegung der 1960er Jahre geprägt wurde und sich lange ausschließlich auf die Diskriminierung bzw. Unterdrückung von Mädchen und Frauen bezog.
Wer also wird diskriminiert? Gibt die Pressemitteilung Auskunft?
“Die Tendenz zu mehr oder weniger geschmacklosen Werbeaktionen ist alles andere als neu. Wie auch im Fall A&O Hostels ist es einmal mehr der uralte Versuch, über einen Hingucker die Marke mit Leben zu füllen und Aufmerksamkeit zu erlangen. Der Schuss geht aber sehr häufig nach hinten los”, erläutert Marketingexpertin Anne M. Schüller von der gleichnamigen
Münchner Beratungsgesellschaft gegenüber pressetext. Laut der Fachfrau hat der Trend zu anzüglichen Slogans auch damit zu tun, dass Kampagnen sehr oft von Männern entworfen werden, die sich die Wirkung bei Zielgruppen zu wenig überlegen.
Nein, hilft nicht weiter – noch ein Beispiel (
klick hier für Foto der anschließend kritisierten PR!), denn …
“Diese Art von Werbekampagnen sind längst keine Einzelfälle mehr. Auch die Leipziger MTS GmbH, die Anhänger für Großflächenplakate verleiht, wirbt mit ähnlichen Slogans. So heißt es “Miet mich – benutz mich” in großer Schrift auf dem Plakat, unter dessen Lettern drei lasziv räkelnde, halbnackte Models in Minirock, Stiefel und BH abgebildet sind. Vertreter der Werbewirtschaft stehen der Entwicklung skeptisch gegenüber, was sich mit Blick auf die Zahl der Beschwerden zeigt. Allein im ersten Halbjahr 2009 stieg diese im Vergleich zum Vorjahr beim Deutschen Werberat um rund 25 Prozent. 147 Kampagnen wurden kritisch hinterfragt.”
Nein, Moral-Blabla – mehr kommt nicht rüber. Wer diese Werbung nicht mag, soll wegschauen und sich meinetwegen Bilder von Herrn Adam und Frau Eva (bekleidet natürlich) antun. Jede Aufregung ist lächerlich und eher ein Indiz für mangelndes Selbstbewusstsein, Eifersucht etc. Nicht immer hat recht, wer am meisten rummeckert …

